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Verbot des "Heldengedenkmarsches" in München aufgehoben
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Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) in München hat entschieden: Der neonazistische "Heldengedenkmarsch 2009" darf stattfinden. Die Landeshauptstadt München kann allerdings noch bis Versammlungsbeginn beschränkende Auflagen erlassen. Eine Entscheidung über das Verbot des von der NPD angemeldeten Marsches in Wunsiedel wird im Laufe des Nachmittags erwartet.

 

In einer Pressemitteilung des Verwaltungsgerichtshofes von Freitagmittag heißt es zur Münchner Demonstration unter anderem: ...
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München, 12. November 2009

NAZI-Aufmarsch am 14. November 2009 in München

Pressemitteilung

Sehr geehrte Damen und Herren,
sollte das Verbot des Naziaufmarsches von den Gerichten bestätigt werden, das Verbot also bestehen bleiben, werden am kommenden Samstag dennoch Antifaschisten ab 11.00 Uhr auf dem Marienplatz präsent sein und mit Infoständen, Mahnwachen, Schildern und Transparenten klar machen, dass Nazis auch künftig in dieser Stadt mit entschlossenem Widerstand zu rechnen haben.
Wir rufen alle Münchnerinnen und Münchner dazu auf, teilzunehmen.

Für das Bündnis gegen Naziaufmärsche
Martin Löwenberg

Rückfragen und Infos:
Martin Löwenberg
Claus Schreer


anti-helden-plakat.JPG
und ein Plakat als PDF


AUFRUF
Wehren wir uns gegen den Nazi-Aufmarsch am 14. November


Auch dieses Jahr will die NPD zum Volkstrauertag aufmarschieren – zum „Hel­den­­ge­den­­ken“. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als menschenverachtende Nazi­pro­paganda, nämlich Verherrlichung von Krieg, Naziherrschaft, SS und Wehrmacht. Dieser geplante Propagandamarsch soll wenige Tage nach dem Jahrestag der Reichspogromnacht stattfinden – eine nachträgliche Verhöhnung der Opfer des Naziregimes.

Immer wieder sind Münchnerinnen und Münchner in den letzten Jahren diesem Nazispuk entgegen getreten – und haben damit deutlich gemacht, dass sie die Verantwortung aus der Geschichte ernst nehmen, die Nazis heute rechtzeitig zu stoppen. Denn die Geschichte hat gezeigt: Naziideo­logie ist keine Meinung wie jede andere, sondern die Rechtfertigung von Ver­brechen.

Es ist empörend, dass Neonazis unter dem Denkmantel der „Meinungsfreiheit“ im­mer wieder Aufmärsche durchführen können, die dann von der Polizei durch­gesetzt werden. Solange dies so ist, sind alle demokratischen Kräfte immer wieder aufge­fordert, Nazipropaganda zu verhindern und damit deutlich zu ma­chen, dass auch in München, der ehemaligen „Hauptstadt der Bewegung“ kein Platz mehr ist für alte und neue Nazis.

Wir rufen deshalb alle Menschen in dieser Stadt dazu auf, zahlreich und mit allen demokratischen Mitteln gegen den Aufmarsch der Neonazis zu de­mons­­trieren: In München ist kein Platz für Nazis!

Am Samstag, 14. November 2009 um 11.00 Uhr
Kundgebung auf dem Marienplatz anschließend Demonstration


Bisher unterstützen den Aufruf (Stand: 27. Oktober 2009)

Organisationen: Arbeitskreis Aktiv gegen rechts bei ver.di · Ausländerbeirat München · Bayerischer Flüchtlingsrat · Bündnis 90/Die Grünen Stadtverband · Club Voltaire München · Deut­scher Freidenkerverband Mün­­chen · Deutsch-kurdischer Freund­schafts­verein · Die grüne Stadtratsfraktion & rosa Liste · DGB-Jugend München · Die Linke. Stadtverband München · Die Lin­ke. Stadt­ratsgruppe München · DKP Mün­chen · GEW Stadtverband München · Humanis­tische Union Südbayern · Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit · Jung­sozialistInnen in der SPD (Jusos) München · Kreis­jugendring (KJR) München Stadt · Letra Beratungsstelle des Lesben-Telefon e.V. · Löwen-Fans gegen rechts · MLPD Mchn. · Münchner Bündnis gegen Krieg und Rassis­mus · Münchner Friedens­bünd­nis · Piratenpartei Bezirksvorstand Oberbayern, LV Bayern · Sozialforum München · SPD München · ver.di Bezirk Mün­chen · VVN/BdA, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifa­schistInnen München

Einzelpersonen: Sylvio Bohr, Bezirksrat Oberbayern, B'90/Die Grünen · Roland Fischer, stv. Vors. SPD München · Nico­le Gohlke, MdB Die Linke. · Joachim-Peter Graf, Geschäftsführer GEW Stadt­ver­band München · Ernst Grube, stv. Vorsitzender KZ-Lagergemeinschaft Da­chau · Die­ter Hildebrandt, Kabarettist · Walter Listl, DKP · Bernd Michl, attac · Korne­lia Möller, MdB, Die Linke. · Fried­bert Mühldorfer, Landessprecher VVN/BdA Bayern · Harald Pür­zel, Vor­sitzen­der ver.di Bezirk München · Florian Ritter, MdL, SPD · Adelheid Rupp, MdL, SPD · Claus Schreer · Gerd Terstee­gen, RA

MÜNCHNER BÜNDNIS GEGEN NAZI-AUFMÄRSCHE
Spendenkonto: Martin Löwenberg
Kto-Nr.28264802 Postbank München BLZ: 70010080 Stichwort Naziaufmarsch

Unterstützt diesen Aufruf bitte auch finanziell: Einzelpersonen und kleinere Gruppen: 30 Euro, Organisationen: 50 Euro und mehr!

Rückmeldung per eMail an: jtepperies@aol.com, per Fax an: 089 - 168 94 15
Redaktionsschluss für Untestützerunterschriften: Dienstag, 27.10.09, 12 Uhr

Rück-Mail:
Ja, ich / wir unterstütze/n den Aufruf als Einzelperson / als Organisation (Nichtzutreffendes bitte löschen!)

Name, Vorname:

Anschrift:

Organisation:

Tel. / Mail:

mit einem Beitrag von  .................. Euro



Zur Information (ebenfalls auf dem Flugblatt):
Das neonazistische „Heldengedenken“

Die Nationalsozialisten machten den seit 1926 begangenen „Volkstrauertag“ 1934 zum staatlichen Feiertag und benannten ihn in „Heldengedenktag“ um. Träger der Veranstaltung waren fortan die Wehrmacht und die NSDAP. Im Mittelpunkt stand nun statt einer Trauerveranstaltung für die Toten des Ersten Weltkriegs die Glorifi­zierung des Soldatentodes für „Führer, Volk und Vaterland“.

Seit mehreren Jahren haben Neonazis die nationalsozialistische Tradition des „Heldengedenkens“ wiederaufgenommen. Sie ersetzen damit auch ein Stück weit die NS-verherrlichenden Rudolf-Heß-Gedenkmärsche in Wunsiedel. Ob als „Hel­den­gedenkmarsch“ zum größten deutschen Soldatenfriedhof in Halbe, beim „Trau­ermarsch“ im niedersächsischen Bad Nenndorf, beim größten Neonaziauf­marsch des Jahres im Februar in Dresden oder jetzt in München:
Die Neonazis bezwecken eine positive Neubewertung des Nationalsozialismus. Dazu wird in Bezug auf die Ursachen des Zweiten Weltkrieges auf die Propa­gan­­­dalügen des NS-Regimes von 1939 zurückgegriffen. In dieser heute von den Neo­nazis wieder verbreiteten Sichtweise firmiert das nationalsozialistische Deutsch­land nicht als Aggressor, sondern als Opfer „fremder Mächte“. Zur Leug­nung der deutschen Kriegsschuld gesellen sich die Kernelemente extrem rechter Ideologie: Eine Verherrlichung des Krieges als Ort, an dem sich national­sozialis­tische Volks­gemeinschaft, Nation, Männlichkeit und Opferbereitschaft bewähren sollten.
Antifaschistischer Informationsdienst a.i.d.a.

Rechte Gewalt in München – ein paar Beispiele:

28. September 2009: Zwei Neonazis verletzen am Hauptbahnhof gegen Mitter­nacht einen afrikanischstämmigen Mann. Wie die Süddeutsche Zeitung be­rich­tet, treten der 35-jährige und seine 21-jährige Freundin gegen Kopf und Oberkör­per des 37-jährigen Mannes und beschimpfen ihn als „Scheiß Kanake“. Der Mann erleidet Ver­letzungen im Gesicht und am Hals.

2. August 2009: Eine laut Polizeibericht „dunkelhäutige Reinigungskraft“ am Münch­ner Hauptbahnhof wird am Eingang Arnulfstr. von einem Unbekannten ras­sistisch beleidigt und körperlich angegriffen.

Herbst 2008: Vor dem Sub, dem Schwulen Kommunikationszentrum in der Mül­lerstraße, kommt es mehrfach zu Pöbeleien durch Rechtsextremisten.

15. Mai 2008: Ein 35-jähriger Münchner beleidigt am Stachus einen Kameruner frem­denfeindlich und will ihn schlagen. Ein Begleiter des Münchners verhindert dies in letzter Sekunde.

26. Februar 2008: Zwei 20-jährige Neonazis greifen in Bogenhausen grundlos zwei russischstämmige Jugendliche an. Die einschlägig bekannten Täter schlagen ihnen mehrfach mit der Faust ins Gesicht.

5. Januar 2008: Ein 24-jähriger Skinhead packt in der S-Bahn eine Griechin an der Schulter, stößt sie gegen eine Mittelstange und beschimpft sie als „Zecke“.

Nicht zu vergessen die Nazi-Pogrome Anfang der 90er Jahre: Brandanschläge gegen Asylbewerber-Unterkünfte und Migrantenwohnheime, die Hetzjagden auf Menschen, die nicht „deutsch“ genug aussahen – sowie in München:
26. September 1980: Oktoberfestattentat 1980,
14. Januar 2001 der beinahe tödliche Überfall auf den Griechen Artemios in der Zenetti­stra­ße, 
9. November 2003 Anschlagsplanung zur Grundsteinlegungsfeier für den  Neubau des jüdisches Gemeindezentrums am Jakobsplatz.
Antifaschistischer Informationsdienst a.i.d.a.