Nächstes Kriegsziel: Iran?
Nachdem im Januar 2005 der US-Journalist Seymour Hersh enthüllt hatte, dass US-Spezialkommandos im Iran Ziele für mögliche Bombenangriffe auskundschaften, werden die Vorbereitungen für US-Militärschläge immer konkreter: Im Oktober 2005 – noch vor den ersten öffentlich wahrgenommenen anti-israelischen Äußerungen des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad – trafen sich US-Unterhändler mit Vertretern der großen westlichen Industrienationen und vereinbarten Stützungsmaßnahmen für Börsen- und Währungskurse, die im Falle eines Krieges gegen Iran und/oder Syrien ergriffen werden sollen. Ziel des Treffens war, frühzeitig Vorbereitungen zu treffen, damit die internationalen Finanzmärkte im Falle eines Angriffes nicht ins Trudeln kommen sowie den US-Dollar davor zu bewahren, seine Funktion als Öl-Leitwährung zu verlieren.
In der zweiten Dezemberhälfte 2005 reisten im Abstand weniger Tage die Chefs des FBI und der CIA, dann der NATO-Generalsekretär Hoop-Scheffer und schließlich Condoleezza Rice in die Türkei. In den Gesprächen ging es nach Informationen der Nachrichtenagentur DDP um die bevorstehenden Luftangriffe gegen den Iran. Auch die Regierungen in Saudi-Arabien, Jordanien, Oman und Pakistan sollen eingeweiht worden sein. Noch ist es Zeit für die EU, ihren Schulterschluss mit den USA aufzukündigen und Verhandlungen mit dem Iran nicht an absolut unerfüllbare Forderungen zu knüpfen. Was die gesamte Region bräuchte, wäre eine Garantie für gegenseitige Sicherheit sowie die Einrichtung einer ABC-waffenfreien Zone von Israel bis Indien. Gleichzeitig müssten alle großen Atommächte ihrer Verplichtung aus dem Atomwaffensperrvertrag (NPT, Non Proliferation Trady) nachkommen und ihre nuklearen Massenvernichtungswaffen abrüsten.